Haartransplantationen

Eigenhaartransplantation - Eigenhaarwurzelverpflanzung
Autor: Dr. Frank G. Neidel, Facharzt für Chirurgie

Bei der Eigenhaartransplantation - Eigenhaarwurzelverpflanzung erfolgt eine Umverteilung gesunder und niemals von Haarausfall bedrohter Haarwurzeln in ehemals behaarte Gebiete mittels moderner Mikrochirurgie und Laser.

Kahle Stellen werden wieder mit eigenen Haarwurzeln und völlig natürlich wirkendem Haar aufgefüllt. Damit wird eine optische Verbesserung erreicht.

Es wird ein jüngeres Aussehen gegeben, der natürliche Kopfschmuck des Menschen, das Haar kommt besser zur Geltung und zudem ist auch wieder ein natürlicher Sonnenschutz vorhanden.
 
Eine solche Maßnahme sollte jedoch nicht durchgeführt 
werden, wenn dichtes Haar vorhanden ist und noch dichteres Haar gewünscht wird.

Auf ehemals kahlen Stellen auf dem Kopf oder in anderen Körperregionen wachsen mit nie geglaubter Natürlichkeit wieder neue Haare. Bei technisch guter Durchführung merkt die Umgebung nichts von dem Eingriff, nicht einmal dem Friseur fallen Narben oder Ähnliches auf.

Die Haarwurzeln aus dem Hinterkopf-/Nackenbereich sind niemals vom Haarausfall betroffen. Diese Wurzeln werden schmerzfrei in örtlicher Betäubung entnommen. Die Entnahmestelle wird mikrochirurgisch vernäht. Es verbleibt eine feine strichförmige Narbe, die vom Haupthaar überdeckt wird. Entsprechend geschultes Personal präpariert die Haarwurzeln.

Diese kleinsten Einheiten (Grafts oder "follicular units" genannt) mit ein oder zwei und drei Haarwurzeln werden in kleinste feine Hautkanälchen transplantiert. Zur Rekonstruktion von Haaransatz und Geheimratsecken werden Einzelhaare verwendet. Dahinter werden dann zweier und dreier Haargruppen transplantiert. Somit wird ein völlig natürliches Aussehen erreicht.

Der Eingriff wird ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt. Die Behandlungszeit liegt zwischen 2 und 4 Stunden, je nach Größe der zu behandelnden Fläche. Eine Vollnarkose ist nicht erforderlich, es wird allenfalls eine Beruhigungstablette verabreicht.

Über Erkrankungen jeglicher Art sollte der Arzt informiert werden Medikamente wie gewohnt einnehmen und mitbringen. Gerinnungshemmende Medikamente wie Acetylsalicylsäure (z.B. ASS, Aspirin) 3 Tage vor der Behandlung absetzen. Vitamin E- und C- Präparate ebenfalls 3 Tage vorher absetzen. Haare möglichst lang wachsen lassen, damit die Operationsgebiete gegebenenfalls mit Haar überdeckt werden können, nicht vorher nochmals zum Friseur. Eine ausreichend große Kopfbedeckung (am besten Baseball Kappe) mitbringen. 

Nach  dem  Eingriff  ist körperliche  Schonung  nur  für 3 Tage erforderlich. Haare waschen ist ab dem 3. Tag nach der Operation erlaubt. Leichter Sport nach einer Woche, Leistungssport nach 2 Wochen erlaubt. Sonne, Sauna für 4 Wochen meiden. Gegen kurzen Aufenthalt in der Sonne ohne Kopfbedeckung bestehen keine Bedenken. Längerer Aufenthalt in der Sonne ist mit Kappe möglich. Baden (Salzwasser oder Hallenbad) ist erlaubt nach 1 Woche. Gesellschaftsfähigkeit besteht nach 10-14 Tagen.

Das Infektionsrisiko ist gering, da die Kopfhaut gut durchblutet ist und Antibiotika gegeben werden. Der Eingriff erfolgt nur in den oberen 3-5 mm der Haut, dementsprechend sind mögliche Nebenwirkungen zu werten.

Örtliche Krustenbildung besteht nach der Operation für 7-12 Tage, Schwellungen im Stirnbereich sind für 3-5 Tage möglich. Ein vorübergehendes Taubheitsgefühl im Wundbereich ist möglich, die normale Kopfhautsensibilität kehrt nach 2-4 Wochen zurück, selten nach mehreren Monaten. Das Haarwachstum beginnt allerdings erst nach 3 Monaten, da sich die verpflanzten Haarwurzeln erst in der neuen Umgebung regenerieren müssen.

Alle Risiken sind erfahrungsgemäß vorübergehender Natur.

Eine Kontrolle erfolgt am Tag nach der Behandlung. Die Fäden (Hinterkopf) werden nach 2 Wochen beim Hausarzt oder Hautarzt oder beim behandelnden Arzt entfernt. Eine Kontrolle des Haarwachstums wird nach 6 Monaten empfohlen (Fotodokumentation).

Man kann insgesamt etwa 50 % aller Haarwurzeln aus dem Hinterkopf in mehreren Behandlungen entfernen, ohne dass es optisch auffällt. Mehrere Haartransplantationen sind erforderlich, wenn der Haarausfall fortschreitet oder eine höhere Haardichte in bereits behandelten Gebieten gewünscht wird.



 

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