Halslifting

Die Leitlinien haben keine juristische Relevanz

Gesichts- und Halslifting (Facelift)
Autor: Prof. Dr. Heinz Bull

Durch ein Gesichts- und Halslifting (Facelift, Gesichtsstraffung), bei dem altersbedingt abgesunkene Gesichts- und Halspartien durch mehrschichtiges Anheben korrigiert werden, wird ein jugendlicheres Erscheinungsbild des gesamten Gesichtes wieder erlangt. Änderungen des Gesichtsausdruckes, der Mimik und des Lachens müssen dabei vermieden werden.

Immer dann, wenn der äußerlich sichtbare Alterungsprozess des Gesichtes im Widerspruch zu dem inneren Selbstgefühl steht, kann dies durch ein Gesichts-Halslifting (Facelift, Gesichtsstraffung) positiv verändert werden. Ziel kann und sollte dabei niemals ein völlig faltenfreies Gesicht sein.

Wenn ein deutlich erhöhtes Operationsrisiko durch Allgemeinerkrankungen besteht, sollte dieser Eingriff (wie auch bei allen anderen ästhetischen Operationen) erst nach sorgfältiger Untersuchung und Beratung in Erwägung gezogen werden.

Ziel ist eine möglichst dauerhafte Korrektur der Altersfolgen des gesamten Gesichtes sowie des Elastizitätsverlustes der Haut und des Unterhautgewebes – insbesondere im Bereich der Wangen (sogenannte "Bäckchen") und des Halses – um dadurch wieder ein frischeres und jugendlicheres Aussehen zu erreichen, ohne operiert auszusehen.

Um durch ein Gesichts-Halslifting (Facelift, Gesichtsstraffung) eine natürlich erscheinende Verjüngung des gesamten Gesichtes ohne sichtbare Operationszeichen und ohne die ästhetische Einheit des Gesichtes zu erreichen, darf nicht nur die Gesichtshaut "gespannt" werden.

Fast immer ist es sinnvoll, ein sogenanntes mehrschichtiges Operationsverfahren anzuwenden, bei dem auch die tieferen Strukturen des Gesichtes separat von der Haut gelöst und korrigiert werden. Haut, Muskeln, Fett und Bindegewebe befinden sich in unterschiedlichen Schichten und verändern sich beim Altern ebenfalls unterschiedlich, so dass bei einem korrekten Gesichts-Halslifting (Facelift, Gesichtsstraffung) auch jede dieser Strukturen nach einer individuellen Analyse korrigiert werden sollte.

Im Idealfall wird ein Gesichts-Halslifting mit einem Stirnlifting (siehe Stirn-Brauenlift;) kombiniert; ein- oder zweizeitig um die ästhetische Einheit des Gesichtes zu bewahren.

Dabei werden abgesunkene Augenbrauen angehoben und überaktive Muskeln im Stirn- und Augenbereich geschwächt. Das abgesunkene Wangenfett, das die sogenannten Wangenbäckchen verursacht, wird ebenfalls angehoben, die Mundhebermuskeln werden gestrafft und der erschlaffte Hals wird durch Zügelung des flächigen Halsmuskels korrigiert. Nach Korrektur der tieferen Strukturen kann die Haut ohne wesentliche Spannung wieder darüber ausgebreitet werden. Dies sind die besten Voraussetzungen, um durch ein Face- und Halslift (Gesichts-Halslifting, Gesichtsstraffung) Änderungen des Gesichtsausdruckes und der Mimik sowie auffällige Operationsnarben zu vermeiden. Bei der Schnittführung, die vor der Operation genau vor einem Spiegel demonstriert werden sollte, soll der natürliche Haaransatz im Schläfenbereich und Stirnbereich möglichst erhalten und nicht verlagert werden.

Dies gelingt nur durch den Schnitt an der Stirn-Haargrenze (sogenannter hairline cut). Am Ohr kann der Schnitt hinter dem Ohrknorpel oder direkt davor liegen. Der Schnitt wird anschließend um das Ohrläppchen herumgeführt, verläuft knapp auf der Rückfläche der Ohrmuschel und von dort in der behaarten Nackenhaut aus.

Ein Gesichts- und Halslifting (Facelift, Gesichtsstraffung) wird grundsätzlich während eines Klinikaufenthaltes durchgeführt. Dadurch ist es wesentlich sicherer für den Patienten, Komplikationen treten seltener auf.

Der Eingriff kann unter Vollnarkose oder in Lokalanästhesie oder Tumeszenzlokalanästhesie mit begleitendem Dämmerschlaf durchgeführt werden.

Eine allgemeinärztliche Untersuchung sollte grundsätzlich vorab erfolgen, einschließlich Laboruntersuchungen, Blutdruckkontrolle und EKG. Aspirin sowie jegliche acetylsalicylsäurehaltigen Medikamente dürfen drei Wochen vor der Operation nicht mehr eingenommen werden, um eine Nachblutungsgefahr zu vermeiden. Eine professionelle Hautbehandlung durch eine geschulte Kosmetikerin ist vor der Behandlung äußerst hilfreich. Da Nichtraucher eine wesentlich geringere Komplikationsrate haben, sollte wenn irgend möglich vier Wochen vor einer solchen Operation nicht mehr geraucht werden.

Nach dem direkten Klinikaufenthalt sind regelmäßige ambulante Nachbehandlungen notwendig. Nach zehn bis vierzehn Tagen sind in aller Regel die Folgen der Operation wie Schwellungen und Blutergüsse (deren Ausmaß individuell unterschiedlich ist) abgeklungen, so dass sich danach bereits ein überzeugendes Ergebnis zeigt. Eine kosmetische Nachbehandlung der Haut einschließlich Lymphdrainage kann in Einzelfällen äußerst hilfreich sein.

Wie bei jeder Operation bestehen auch bei einem korrekt ausgeführten Gesichts-Halslifting (Facelift, Gesichtsstraffung) Komplikationsmöglichkeiten. Diese Komplikationen wie Wundheilungsstörungen, Nachblutung und Nervschädigung sind jedoch in der Hand eines erfahrenen und gut ausgebildeten ästhetischen Chirurgen äußerst selten.

Eine ambulante Nachsorge ist zur Hautpflege und zum Entfernen des Nahtmaterials notwendig. Der Zeitraum dieser ambulanten Nachsorge ist individuell sehr unterschiedlich.

Ein Gesichts-Halslifting (Facelift, Gesichtsstraffung) kann selbstverständlich nicht rückgängig gemacht werden. Dies ist vom Ansatz auch keinesfalls gewünscht. In Einzelfällen kann jedoch einmal eine Nachkorrektur notwendig und sinnvoll sein. So kann es zum Beispiel notwendig sein, eine überschießende Narbenbildung besonders im Nackenbereich nach etwa ½ Jahr zu korrigieren.

Bei korrekter Durchführung der Operation soll ein Verjüngungseffekt von acht bis zwölf Jahren erreicht werden. Der Alterungsprozess kann selbstverständlich nicht aufgehalten werden, den Verjüngungseffekt von acht bis zwölf Jahren nimmt der Patient aber bei fortschreitender Alterung mit. Ein erneutes Face-Halslifting (Facelift, Gesichtsstraffung) nach dem genannten Zeitraum kann grundsätzlich durchgeführt werden.

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Stellungnahme der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. – PIP-Brustimplantate

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Hamburg, 01.-05.06.2016

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Düsseldorf, 17.-18.06.2016

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1. Marbella International Plastic Surgery Summer School MIPSS

Marbella , 28.-30.07.2016

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