Nasenplastik

Die Leitlinien haben keine juristische Relevanz

Nasenkorrektur – Rhinoplastik
Autor: Dr. Wolfgang Friedrich, Hamburg

Die Nasenkorrektur (lateinisch: Rhinoplastik) ist eine Operation, die die äußere Form der Nase verändert. Die Rhinoplastik (Nasenkorrektur, Nasenoperation) kann die Nase verkleinern oder vergrößern, die Form des Nasenrückens sowie des Naseneinganges mit den Nasenflügeln und den Nasenlöchern verändern, sowie die Länge der Nase und den Winkel zwischen Nase und Oberlippe verändern.

Der Eingriff wird vorwiegend aus ästhetischen Gründen zur Harmonisierung der Nase und des gesamten Gesichtes (ästhetische Rhinoplastik), zur Funktionsverbesserung der Nasenatmung (funktionelle Rhinoplastik) und nach Geburtsdefekten wie Gesichtsspalten oder Unfällen (rekonstruktive Rhinoplastik) durchgeführt. Was immer der Grund für diesen Eingriff ist – die Funktionsfähigkeit der Nase muss erhalten oder verbessert werden.

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Nasenkorrektur (Rhinoplastik, Nasenoperation) vornehmen zu lassen, wird Ihnen diese kurze Darstellung vielleicht dazu verhelfen, die Eigenarten und Besonderheiten dieses Eingriffs zu verstehen. Selbstverständlich wird sie nicht alle Ihre Fragen beantworten können, da immer eine individuelle Planung für jeden Patienten erfolgen muss.

Für wen ist die Rhinoplastik geeignet:

Die Nase als zentraler Teil des Gesichtes ist sehr prägend für die äußere Erscheinung. Daher beeinflussen Auffälligkeiten an diesem Organ wie Schiefstellung, Höckerbildung und andere Formdefekte entscheidend den Gesamtausdruck der Person. So sind ideale Kandidaten für diese Operation Menschen, deren Nase durch eben diese Formveränderung besonders auffällig ist und das Gesicht dominiert. Der Idealkandidat für die Rhinoplastik (Nasenkorrektur, Nasenoperation) möchte eine Verbesserung des Erscheinungsbildes – er möchte eine normale, harmonisch in sein Gesicht passende Nasenform haben. Für ihn bedeutet eine Nasenkorrektur (Rhinoplastik, Nasenoperation), sich vom Stigma der individuellen Auffälligkeit seiner Nase zu befreien; er möchte eine Normalisierung, keine Perfektion. Der ideale Patient ist zwischen 16 und 60 Jahre alt, gesund und psychisch stabil und überbewertet die Formveränderung seiner Nase nicht in ihren Auswirkungen auf sein Leben.

Für wen ist die Rhinoplastik nicht geeignet:

Da in der Nase Wachstumszonen für das gesamte Mittelgesicht bestehen, ist es ratsam, Patienten nicht zu operieren, bevor sie ausgewachsen sind. Als Grundregel gilt, dass dies bei Mädchen zwischen 15 und 16, bei Jungen zwischen 16 und 18 Jahren der Fall ist. Ebenso bestehen besondere technische Eigenarten bei der Operation von sehr alten Patienten. Hier ist zu beachten, dass die Hautelastizität bereits sehr nachgelassen hat und ein so inniger Kontakt zwischen der Haut und den unterliegenden Knochen- und Knorpelstrukturen nicht mehr besteht, so dass die Neuformung des Knorpel- und Knochengerüstes nicht immer zu den gewünschten Ergebnissen führen kann.

Des Weiteren ist die psychische Disposition des Patienten entscheidend für die Eignung für eine Nasenkorrektur (Rhinoplastik, Nasenoperation). Generell gilt, dass Menschen die Fehlform ihrer Nase nicht unangemessen überbewerten und realistische Vorstellungen vom Ergebnis und der sicherlich vorhandenen Steigerung der Lebensqualität haben sollten. Ein Patient, der eine kleine Veränderung seiner Nase mit großer und lang anhaltender psychischer Verstimmung beantwortet, ist sicherlich kein guter Kandidat.

Ergebnis:

In der Regel ist es jedoch so, dass gerade der geeignete Patient für die Rhinoplastik (Nasenkorrektur, Nasenoperation) ganz erheblich von diesem Eingriff profitiert. Dies liegt sicher an der zentralen Stellung und Bedeutung der Nase für den gesamten Gesichtsausdruck. Das Ziel einer guten Rhinoplastik muss sein, dass der Blick des Betrachters nicht wie bisher an einer dominanten, unregelmäßigen Nase hängen bleibt, sondern die Augen des Gegenübers als Erstes und Wichtigstes wahrnimmt.

Dieses Ziel wird in der Regel bei richtiger Indikationsstellung durch einen erfahrenen Operateur mit großer Sicherheit erreicht. Der Gewinn an Lebensfreude, Glück und einem Selbstbild, mit dem der Patient zufrieden ist, ist in aller Regel ganz erheblich und oftmals lebensverändernd für den Patienten. Dies macht die Rhinoplastik (Nasenkorrektur, Nasenoperation) zu einem dem erfreulichsten Eingriffe in der ästhetischen Gesichtschirurgie.

Ablauf:

Grundlage für eine erfolgreiche Rhinoplastik (Nasenkorrektur, Nasenoperation)  ist – wie bei anderen ästhetischen Eingriffen im Gesichtsbereich – zunächst eine gute Kommunikation mit Ihrem Chirurgen, die in der Regel mehrere Beratungsgespräche beinhaltet. Hier gilt zu klären, was der Patient wünscht, ob seine Erwartungen realistisch sind und vor allem, was der Chirurg für gestalterisch sinnvoll und technisch machbar hält. Dies hängt von vielen Faktoren ab: nicht jede Nasenform passt zu jedem Gesichtsschnitt und zu jeder Körpergröße. Ziel ist es, die Nase in sich zu harmonisieren und in Harmonie zu Ihrem Gesicht und zu Ihrem Körperbau und Typ zu gestalten. Technische Faktoren, die das Vorgehen beeinflussen, sind Ihre individuelle Anatomie, die Struktur Ihres knöchernen und knorpeligen Nasengerüstes, die Textur und Dicke Ihrer Haut und Ihr Alter.

Ein gutes Beratungsgespräch meint einen mehrstufigen Dialog zwischen Operateur und dem Patienten. Der Patient muss Gelegenheit haben, die Information, die der Arzt gibt, zu verarbeiten und seine Vorstellung zu korrigieren – dieses gegebenenfalls mehrfach – bis der Operateur und Sie selber einer Meinung über die Gestaltung der Nase sind. Dazu ist der Operateur auf viele Informationen von Ihnen angewiesen – nicht nur über Ihre Vorstellung, sondern auch über die Funktionsfähigkeit der Nase, Allergien, regelmäßige Medikamenteneinnahme und vorangegangene Operationen.

Zugänge und Technik:

In Abhängigkeit vom individuellen Befund bedeutet die Rhinoplastik (Nasenkorrektur, Nasenoperation) immer die Veränderung des knorpeligen Nasenskelettes; in den meisten Fällen jedoch auch der knöchernen Nasenstrukturen.

Zu den formgebenden Strukturen der äußeren Nase gehört auch die Nasenscheidewand, die wie eine zentrale Zeltstange vor allem im unteren Bereich der Nase die pyramidenförmige Konstruktion mit hält. Um an diese formgebenden Strukturen heranzukommen, muss die Schleimhaut bzw. die Haut des Nasenrückens abgelöst werden. In der Regel befinden sich die Zugangsschnitte unsichtbar im Naseneingang, von wo aus man sich einen guten Überblick über die Nasenscheidewand, die Knorpel der Nasenflügel und die Knochen des Nasenrückens verschaffen kann.

In seltenen schwierigen Fällen – bei z.B. Nasendeformitäten im Rahmen von Lippen-/Kiefer-/Gaumenspalten sowie bei mehrfach voroperierten Nasen – ist ein winziger Schnitt durch den äußeren Nasensteg erforderlich, der dann auch eine Zeit lang sichtbar ist. In der Regel ist bei entsprechendem Ausbildungsstand des Operateurs jedoch die geschlossene Rhinoplastik – das heißt Zugang nur vom Naseninneren aus – völlig ausreichend.

Über diese Zugänge kann die Nasenscheidewand geradegestellt und verkürzt werden und Teile der sogenannten Flügelknorpel werden entfernt, um eine Harmonisierung und Normalisierung der Nasenspitze zu erreichen. Zur Korrektur der Nasenspitze können manchmal auch Knorpeltransplantationen aus den sogenannten Flügelknorpeln – selten aus dem Ohrknorpelbereich – nötig sein. Für Korrekturen am Nasenrücken ist es nötig, den gesamten Hautmantel vom Knochen und Knorpelgerüst zu lösen. Dann können mit speziellen Mikromeißeln Höcker abgetragen, der Nasenrücken begradigt und Konturunregelmäßigkeiten durch Einbringen von glättenden Knorpeltransplantaten korrigiert werden.

Oftmals muss jedoch das ganze Knochengerüst zu einer gesamten harmonischen Form zusammengestellt werden. Dies erfordert, dass die gesamte Nase in Ihrer Hautumhüllung mobilisiert und in Ihrer neuen Form stabilisiert wird. Kleinere Zusatzeingriffe beinhalten weiterhin die Neuformung die Nasenlöcher sowie die Neuformung des Winkels zwischen Nasen und Oberlippe.

Örtliche Betäubung oder Vollnarkose?

Die Beantwortung dieser Frage hängt von der persönlichen Erfahrung des Operateurs und vom Umfang des geplanten Eingriffes ab. Kleinere Eingriffe an der Nasenspitze, das heißt im knorpeligen Nasenskelett, können sicherlich in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Bei umfangreicheren ästhetischen Rhinoplastiken (Nasenkorrekturen, Nasenoperationen) empfiehlt sich oft eine Vollnarkose, weil hier eine gezielte Blutdrucksenkung möglich ist. Diese Maßnahme hat zum Ziel, die Blutung während der Operation so zu verringern, dass der Operateur immer gute Übersicht über das Operationsgebiet hat. Somit kann der Eingriff schneller und exakter erfolgen. Nach einer Vollnarkose – und insbesondere, wenn die Nase mit einer Schaumstofftamponade ausgestopft ist – empfiehlt sich ein kurzer Klinikaufenthalt, zumindest für eine Nacht oder solange die Tamponade in der Nase verbleiben soll. Erfolgt der Eingriff im gut ausgerüsteten OP eines erfahrenden Nasenoperateurs, kann je nach Ausmaß des Eingriffes und Zustand des Patienten auch gefahrlos eine ambulante OP-Durchführung erfolgen.

Wie Sie sich auf den Eingriff vorbereiten können:

Nach Abschluss der beratenden Vorgespräche und Festlegung des operativen Vorgehens werden präoperative Untersuchungen durch den Hausarzt nötig, um Ihre Operations- und Narkosefähigkeit zu untersuchen. Ihr Operateur wird Ihnen dazu einen Anforderungsbogen für Ihren Hausarzt mitgeben, der in der Regel einige Tage bis zu einer Woche braucht, um die gewünschten Untersuchungen durchzuführen. Die Befunde sollten zur letzten Besprechung, in der die OP-Aufklärung und die Fotodokumentation erfolgen, vorliegen.

Wichtig ist, dass Sie in den letzten 10 Tagen vor dem Operationsdatum keine aspirinhaltigen Medikamente und kein Vitamin E nehmen. Falls Sie dauerhaft gerinnungshemmende Medikamente wie Acetylsalicylsäure oder Marcumar einnehmen müssen, muss mit Ihrem Hausarzt oder Kardiologen die geeignete Strategie zum Absetzen des Medikamentes rund um die Operation besprochen werden.

Ausgiebiges Sonnenbaden sollte in der letzten Woche vor der Operation unterbleiben. Wichtig ist, dass Sie darauf vorbereitet sind, dass Sie in den ersten Tagen nach der Rhinoplastik (Nasenkorrektur, Nasenoperation) nicht Ihre üblichen Haushaltsaufgaben bewältigen können. Sie sollten also beispielsweise im Vorwege so einkaufen, dass Sie die ersten Tage nach der Operation keine schweren Tüten tragen müssen. Des Weiteren sollten Sie dafür sorgen, dass Sie jemand aus der Praxis oder Klinik abholt und zumindest für die ersten 24 Stunden, besser 48 Stunden, bei Ihnen bleibt. Die Begleitperson ist zwar normalerweise nicht aus medizinischen Gründen notwendig, aus psychologischen Erwägungen jedoch oftmals außerordentlich hilfreich.

Planen Sie eine Auszeit von etwa 10 Tagen ein, um in der postoperativen Phase nicht unter Druck zu geraten. Wenn Sie all diese Dinge organisiert haben, können Sie mit Freude und Gelassenheit Ihrem OP-Termin entgegensehen.
Nach Ihrer Entlassung aus der Praxis oder der Klinik bleiben Sie mit Ihrem Operateur in engem Kontakt. In den ersten Tagen ist ein regelmäßiges Absaugen der Nase sinnvoll und für den Patienten erleichternd, da naturgemäß die Nasenatmung nach einer Rhinoplastik (Nasenkorrektur, Nasenoperation) oft erheblich reduziert ist.

Etwa am 3. oder 4. postoperativen Tag sollte oftmals der Nasengips bereits gewechselt werden, da er durch das Abschwellen der Nase schnell locker wird. Sollten Sie eine Tamponade in der Nase haben, wird diese am 1. oder 2. postoperativen Tag gezogen. In der Regel wird der Nasengips etwa 10 bis 14 Tage getragen. Danach wird ein weiterer Pflasterverband für eine Woche oder länger nötig sein. Bei reduzierenden Rhinoplastiken, das heißt bei verkleinernden Nasenkorrekturen, ist es oftmals ratsam, in den ersten 6 bis 8 Wochen den Nasenrücken nachts noch zu pflastern.

Wie sollen Sie sich nach dem Eingriff verhalten?

Wichtig in der ersten postoperativen Woche ist es, größere Blutdrucksteigerungen zu vermeiden. Das bedeutet, dass Sie nicht heiß duschen oder sich nicht die Haare über Kopf waschen dürfen und größere körperliche Anstrengungen inklusive sexueller Aktivitäten vermeiden sollten. In den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff werden Sie die meiste Zeit liegen, am Tag nach der Operation sind kleinere Spaziergänge durchaus schon angebracht und ratsam, da Bewegung den venösen Abstrom und damit die Abschwellung Ihrer Nase fördert.

Sie werden sofort nach der Operation dazu angehalten, das OP-Gebiet zu kühlen. Kühlende Maßnahmen beschleunigen vor allem in den ersten 48 Stunden das Abschwellen, vor allem im Bereich der Augen. Die meisten Rhinoplastikpatienten fühlen sich bereits nach 3 bis 4 Tagen wieder ganz wohl, obwohl noch leichte Schwellungen und kleinere Blutergüsse bestehen können und die Nasenatmung noch behindert ist. Nach etwa 1 bis 2 Wochen sieht man Ihnen nicht mehr an, dass Sie eine Operation hatten.

Bedenken Sie jedoch, das die Wundheilung ein langer Prozess ist, der – auch im Bereich der Nase – von einem halben bis zu einem Jahr dauert. In dieser Zeit kann es immer wieder kleine Veränderungen im Bereich der Nase geben und besonders Schwellungen über der Nasenspitze sind mit einem nächtlichen Pflasterverband zu therapieren.

Komplikationen:

Erfreulicherweise ist die Rhinoplastik (Nasenkorrektur, Nasenoperation) ein Eingriff, bei dem schwere Komplikationen die absolute Ausnahme sind. Lebensbedrohliche Komplikationen sind nahezu ausgeschlossen.
Diese beruhigende Aussage sollte Patienten jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass unbedingt bestimmte Vorsichtsmaßnahmen – wie oben erwähnt – eingehalten werden müssen.

Gesundheitsgefährdend kann eine Blutung oder Nachblutung sein, die während der Operation, sofort in den ersten Stunden nach der Operation bis hin zu 10 Tagen nach dem Eingriff auftreten kann. Sie kann eine erneute Tamponade der Nase notwendig machen, eventuell auch einen mehrtätigen stationären Beobachtungszeitraum nach sich ziehen und das ästhetische Ergebnis der Operation gefährden.

In der Regel wird das ästhetische Ziel der Operation erreicht, kleinere Unregelmäßigkeiten der Nasenform können jedoch passager (vorübergehend) oder dauerhaft auftreten. Dazu gehören insbesondere kleine Unregelmäßigkeiten im Bereich des Nasenrückens, die oftmals dem kritischen Blick des Patienten weit mehr auffallen, als der Umwelt. Sie erfordern eine engmaschige Kontrolle und Therapie – beispielsweise durch Pflasterzügelverbände – in der gesamten Heilungsphase.

Ganz selten sind kleinere Nachkorrekturen von Unregelmäßigkeiten und Asymmetrien notwendig. Meistens können diese ambulant und in örtlicher Betäubung erfolgen. Sie bestehen in der Regel in kleineren Nachkorrekturen durch Knorpelunterfütterung im Bereich des Nasenrückens.

Noch seltener ist eine Nachoperation notwendig. Falls dies jedoch der Fall sein sollte, wird man eine Entscheidung darüber frühestens nach einem halben bis einem Jahr treffen und realisieren, da es wichtig ist, die physiologischen Heilungs- und Vernarbungsprozesse abzuwarten und erst danach erneut eine Nachkorrektur planen.