Oberlidplastik

Die Leitlinien haben keine juristische Relevanz

Blepharoplastik der Oberlider, zu Deutsch: "Operative Beseitigung der Schlupflider".
Autor: Prof. Dr. Horst Hübner

Bei der Blepharoplastik der Oberlider (Oberlidplastik, Lidstraffung, Beseitigung der Schlupflider) handelt es sich um die Entfernung überschüssiger Lidhaut, zumeist hervorgerufen durch eine altersbedingte Gewebeerschlaffung. Je nach individuellem Ausgangsbefund sind eine zusätzliche Entfernung von Fettgewebe und eine Korrektur der Lidfurchenhöhe erforderlich.

Eine Oberlid-Blepharoplastik (Oberlidplastik, Lidstraffung, Beseitigung der Schlupflider) kommt in Betracht, wenn sich die betroffene Person durch die Schlupflider in ihrem Aussehen deutlich beeinträchtigt fühlt. Es handelt sich dann um eine Schönheitsoperation. Eine Blepharoplastik kann aber bei einer starken Ausprägung der Schlupflider auch aus funktionellen (medizinischen Gründen) in Betracht kommen. Dies ist dann der Fall, wenn die über dem Lidrand hängende Lidfalte zu einer merklichen Einschränkung des Blickfeldes führt – besonders beim Blick nach oben und zur Seite (Behinderung beim Autofahren!) – oder wenn sich in der Lidfalte ein Ekzem entwickelt.

Eine Oberlid-Blepharoplastik (Oberlidplastik, Lidstraffung, Beseitigung der Schlupflider) aus kosmetischen Gründen sollte unterbleiben, wenn ein krasses Missverhältnis zwischen dem objektiven Befund und dem Grad der subjektiven Beeinträchtigung besteht, wenn sich die betroffene Person von dem operativen Eingriff die Lösung eine Konfliktes (z.B. gestörtes Verhältnis zum Partner) erhofft oder wenn der Eingriff nur vom Partner gewünscht wird.

Aus medizinischen Gründen sollte eine Blepharoplastik (Oberlidplastik, Lidstraffung, Beseitigung der Schlupflider) nicht durchgeführt werden bei einer erheblichen Störung der Atem- oder Herz-Kreislauffunktion sowie bei einer ausgeprägten Blutungsneigung.

Zu beachten ist auch, dass eine Gewebeerschlaffung im Stirnbereich mit nachfolgender Senkung der Augenbrauen das Bild von Schlupflidern hervorrufen oder verstärken kann.

Ist der Brauentiefstand sehr ausgeprägt, so lässt sich ein optimales kosmetisches Ergebnis nur in Kombination mit einem vorangehenden Stirn- Brauenlift erzielen.

Ziel des Eingriffs ist je nach Ausgangssituation eine "Verjüngung" der Augenpartie und/oder die Schaffung eines freien Blickfeldes.

Der Eingriff verläuft in folgenden Schritten:

  • Hautdesinfektion.
  • Anzeichnen der gewünschten Lidfurchenhöhe
  • Bestimmung des Hautüberschusses
  • Entfernung der überschüssigen Lidhaut mit Skalpell und Schere oder mit dem Laserstrahl bzw. mit einem Hochfrequenzschneidegerät (bei korrekter Durchführung ist das Ergebnis in allen Fällen gleich)
  • Entfernung eines schmalen Muskelstreifens in Höhe der gewünschten Lidfurche
  • Falls erforderlich, Schaffung eines Zugangs zum Fettgewebe und dosierte Entfernung des Überschusses
  • Verschluss der Wunde durch Naht
  • Kühlender Verband

Die Durchführung einer Oberlid-Blepharoplastik (Oberlidplastik, Lidstraffung, Beseitigung der Schlupflider) kann ambulant erfolgen, vor allem dann, wenn für 2-3 Stunden nach dem Eingriff Ruhe eingehalten werden kann. Größere Sicherheit – vor allem im Hinblick auf eine mögliche Nachblutung – ist gegeben bei Hospitalisierung für 1 Nacht.

Der Eingriff erfolgt zweckmäßigerweise in örtlicher Betäubung. Dabei werden ca. 1-1,5 ml Betäubungsmittel unter die Lidhaut gespritzt. Nur in Ausnahmefällen sollte die Allgemeinnarkose gewählt werden (z.B. massive Angstzustände).
Größere Vorbereitungen sind für eine Oberlid-Blepharoplastik (Oberlidplastik, Lidstraffung, Beseitigung der Schlupflider) nicht erforderlich.

Das Rauchen sollte tunlichst 1 Woche vor und nach dem Eingriff eingestellt werden, da Nikotin die Wundheilung nachhaltig stören kann. Die Einnahme sogenannter Thrombozytenaggregationshemmer (z.B. acetylsalicylsäurehaltige Medikamente wie Aspirin und ASS) ist 8-10 Tage vor der Operation abzusetzen, da diese Mittel die Blutungsneigung verstärken. Bei evtl. Marcumarbehandlung muss in Absprache mit dem behandelnden Hausarzt oder Internisten eine Umstellung erfolgen.

Nach dem Eingriff sollte zumindest in den ersten Stunden jegliche Aktivität, inbesondere Bücken und Pressen, unterbleiben. Bis zur Entfernung der Nähte sollte jegliches Reiben an den Lidern vermieden werden, bei Verzicht auf Make-up und Seifenanwendung.

Die Risiken sind bei einer fachgerecht durchgeführten Oberlid-Blepharoplastik (Oberlidplastik, Lidstraffung, Beseitigung der Schlupflider) vergleichsweise gering. Kleinere Unterblutungen und eine individuell unterschiedlich starke Schwellung der Lider stellen keine Komplikation dar und verschwinden spontan innerhalb der ersten drei Wochen.

Eine Wundinfektion kommt so gut wie nie vor. Wird während des Eingriffes zu wenig überschüssiges Gewebe entfernt, so kommt es zu einem Untereffekt, der jedoch im Bedarfsfalle durch einen Zweiteingriff problemlos beseitigt werden kann. Wird jedoch zuviel Gewebe entfernt (Übereffekt) so ist im schlimmsten Falle ein vollständiger Lidschluss nicht mehr möglich und es kann zu Austrocknungserscheinungen der Hornhaut kommen. Führen konservative Maßnahmen nicht zum Ziel, hilft in diesen Fällen nur noch eine unter Umständen kosmetisch nachteilige Hauttransplantation. Weitere Komplikationen sind eine zu hohe oder zu niedrig angesetzte Lidfurche oder ein asymmetrisches Erscheinungsbild.

Bei Beschädigung des Lidhebermuskels kann es zu einer Lidsenkung mit Verengung der Lidspalte auf einer oder beiden Seiten kommen. Wird zuviel Fettgewebe entfernt, tritt das Bild des hohlen Auges auf, im amerikanischen Sprachgebrauch "Kadaverauge" genannt. In seltenen Fällen ist eine Schädigung der Tränendrüse beschrieben, was zum Bild des "trockenen Auges" führen kann.

Ein weiterer Arztbesuch ist bei komplikationslosem Verlauf nur noch zur Entfernung der Fäden 5-7 Tage nach dem Eingriff erforderlich. Bei Verwendung eines Lasers als Schneidegerät müssen die Fäden wegen verzögerter Wundheilung ca. 12-14 Tage belassen werden.

Da es sich bei der Oberlid-Blepharoplastik (Oberlidplastik, Lidstraffung, Beseitigung der Schlupflider) um die Entfernung von Gewebe (Haut, evtl. zusätzlich Fettgewebe) handelt, kann der Effekt nicht mehr rückgängig gemacht werden, es sei denn durch eine Verpflanzung von Gewebe aus anderen Regionen des eigenen Körpers.

Eine Oberlid-Blepharoplastik kann im Bedarfsfalle wiederholt werden, wenn sich nach Jahren eine erneute altersbedingte Gewebeerschlaffung einstellt: Dies ist erfahrungsgemäß nicht vor Ablauf von 10 Jahren der Fall.

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Hamburg, 01.-05.06.2016

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Düsseldorf, 17.-18.06.2016

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Marbella , 28.-30.07.2016

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