Ohrenverkleinerung

Die Leitlinien haben keine juristische Relevanz

Im Gegensatz zum abstehenden Ohr ist das zu große Ohr eher selten. Dennoch wird der erste Eindruck eines Menschen überwiegend durch die Augen- und Ohrenpartie bestimmt.

Diese Auffälligkeit findet sich überwiegend bei Männern. Auch durch eine entsprechende Frisur lässt sich das zu große Ohr nur schlecht kaschieren
Eine Korrektur des "zu großen Ohres" (Ohrenverkleinerung) sollte im Regelfall erst nach abgeschlossenem Wachstum durchgeführt werden, da sich die Relation Ohrgröße zu Kopfgröße dann erst beurteilen lässt. Zu Beginn der Pubertät hat die Ohrmuschel schon weitgehend die endgültige Größe erreicht, wohingegen das Schädelwachstum erst nach Ende der Pubertät und aller Wachstumsphasen weitgehend abgeschlossen ist.

Operationsziel ist eine zur Kopfform und Größe passende Ohrmuschel. Hierbei sind die individuellen Wünsche in besonderem Maße zu berücksichtigen. Bei einer Ohrenverkleinerung sollte jedoch nur maximal ein Drittel der ursprünglichen Größe entfernt werden. Es muss dann im Regelfall noch eine Verkleinerung des Ohrläppchens erfolgen.

Um eine möglichst unauffällige Narbenbildung zu erreichen, erfolgt in der Ohroberkante der Ohrmuschel ein Hautschnitt. Etwa ein Drittel der Haut der Ohrvorderseite wird dann vorsichtig abgelöst. Die Verkleinerung des Knorpels erfolgt entweder keilförmig oder in Abhängigkeit von der Knorpelfältelung durch eine sternförmige Schnittführung. Die Knorpelränder werden aufeinander zugeschwenkt und miteinander vernäht.

Die Durchtrennung der Ohroberkante wird nach Möglichkeit so gewählt, dass die Narbe später im Ohransatz zu liegen kommt. Die überschüssige Haut wird auf der Ohrvorderseite bogenförmig entfernt, so dass die spätere Narbe genau in der Ohroberkante zu liegen kommt. Auf der Ohrrückseite wird eine keilförmige Hautentfernung vorgenommen. Hieraus resultiert eine strichförmige Narbe auf der Ohrrückseite, die jedoch im Regelfall nicht auffällig wird. Zum Ende der Operation (Ohrenverkleinerung) wird nur ein milder Druckverband angelegt.

Der Eingriff kann sowohl in örtlicher Betäubung als auch in Vollnarkose durchgeführt werden. Wie bei allen Operationen, die am Ohr in örtlicher Betäubung durchgeführt werden, können die mit der Operation verbundenen Geräusche aufgrund der Nähe zum Gehörgang aber als sehr unangenehm empfunden werden.

Im Regelfall wird der Eingriff ambulant durchgeführt. Nur bei Vorliegen von Allgemeinerkrankungen, die ein erhöhtes Operationsrisiko darstellen, kann ein wenige Tage dauernder Krankenhausaufenthalt notwendig werden.
Eine Vorbereitung auf den Eingriff ist nicht erforderlich.

Nach der Operation wird für zwei Tage ein Ohrkopfverband angelegt – eine milde Schmerzmittelgabe ist ausreichend.

Bis auf körperliche Schonung zur Verhinderung einer Blutergussbildung ist keine Einschränkung gegeben.

Wundinfektionen sind selten, da die Ohrmuschel gut durchblutet ist. Eine Blutergussbildung kann durch entsprechende Verbände normalerweise verhindert werden. Kommt es dennoch dazu, muss jedoch ein sofortiger Revisionseingriff durchgeführt werden, da es sonst zu Ernährungsstörungen des Knorpels kommen kann.

Gefürchtete Hauptkomplikation ist die mögliche Perichondritis – eine Entzündungsreaktion des Knorpels, die in sehr auffälligen Narbenbildungen bis zum Teilverlust des Ohres führen kann. Bleibende Deformierungen sind nach einer solchen Entzündungsreaktion zu erwarten.

Bis auf die Entfernung des Nahtmaterials braucht keine spezielle Nachbehandlung durchgeführt werden.

Der Korrektureingriff – die Verkleinerung der Ohrmuschel / Ohrenverkleinerung – sollte einmalig sein, da mit jeder weiteren Operation Wundheilungsstörungen des Knorpels aufgrund der veränderten Durchblutungsverhältnisse wahrscheinlicher werden.  Wiederholungseingriffe sollten bleibenden Folgen einer Komplikation vorbehalten bleiben.