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Stellungnahme der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. ;GÄCD

Präsident der GÄCD

PIP – Brustimplantate

Wie das Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mitteilte, wird jetzt nach Frankreich und Tschechien auch aus offizieller deutscher Sicht eine Empfehlung ausgesprochen,  Brustimplantate der Firma PIP vorsorglich entfernen zu lassen.

Die GÄCD beobachtet auch die Aktivitäten des französischen Nationalen Krebs-Institutes INCa , das jedoch nach wie vor kein Anlass für eine dringliche Entfernung dieser Implantate sieht.

Die französische Arbeitsgruppe betont ausdrücklich, dass weder ein erhöhtes Risiko für ein Brustkrebsrisiko  für die Frauen mit Brustimplantaten im Vergleich zur Allgemein- bevölkerung besteht noch ein erhöhtes Risiko eines Brustkrebs speziell bei PIP‐Implantaten im Vergleich zu anderen Implantaten bekannt ist.

Die Problematik der PIP-Implantate besteht in einer erhöhten Rissgefährdung und damit Austretens des minderwertigen Silikongels in das umgebende Gewebe. Im Gegensatz zu den korrekt produzierten Implantaten mit medizinischen Silikongels besteht dadurch eine Ungewissheit des Verhaltens dieses unbekannten Gels im Gewebe. Es liegen bislang aber keine Daten vor, inwieweit tatsächlich eine Toxizität dieses Gels gegeben ist.

Sofern Patientinnen nicht wissen, welche Implantate zur Brustvergrößerung eingesetzt wurden, wenn sie keinen Implantatpass besitzen, sollten sie sich zunächst einmal mit ihrem Operateur in Verbindung setzen, um sich zu vergewissern, ob sie überhaupt in die gefährdete Patientinnengruppe gehören.

Falls Implantate der Firma PIP eingesetzt wurden, ist  bei völliger Beschwerdefreiheit zunächst nur eine Ultraschalluntersuchung der Brüste als auch der Achselregion alle 6 Monate erforderlich. Bei intakten Implantaten und keinen auffälligen Veränderungen des umgebenden Gewebes besteht kein Grund, kurzfristig eine Entfernung der Implantate vornehmen zu lassen bis weitere Erkenntnisse vorliegen.

Bestehen allerdings Auffälligkeiten muss eine weiterführende Diagnostik bis hin zur Implantatentfernung erfolgen.

Die GÄCD warnt jedoch davor, auf das Angebot einiger Chirurgen und auch eines Implantatherstellers einzugehen, zu „Sonderkonditionen“ und „Sonderpreisen“ der Implantate überstürzt einen Implantatwechsel vornehmen zu lassen.

Bei medizinischer Indikation – z.B. bei Implantatbruch und Gewebereaktionen – müssen die Krankenkassen die Kosten der Implantatentfernung auch bei einer aus rein ästhetischen Gründen vorgenommenen Brustvergrößerung übernehmen. Inwieweit die Patientinnen dann entsprechend des §52 des Gesundheitsreformgesetz an den Kosten beteiligt werden müssen, ist strittig Namhafte Verfassungsrechtler sehen hierin einen Verstoß gegen den §3 des Grundgesetzes bezüglich der Gleichbehandlung.

Eine Rekonstruktion mit erneuter Einlage von Implantaten wird jedoch bei rein ästhetischer Indikation nicht durch die Krankenkassen übernommen.
Patientinnen sollten sich registrieren lassen, damit eine Übersicht über die tatsächlich hier in Deutschland betroffenen Patientinnen besteht.
Eine formlose Mail mit Namen und Kontaktdaten an die Geschäftsstelle der GÄCD reicht aus: info(at)gacd.de. Datenschutz wird garantiert.

Die GÄCD hat mit den Krankenkassen Kontakt aufgenommen bezgl. der Kostenübernahme oder Teilkostenübernahme auch für eine erneute Rekonstruktion. Dies wird in Abstimmung mit anderen Fachgesellschaften erfolgen.

Weiterhin fordert die GÄCD die Einrichtung eines Hilfsfonds durch namhafte Implantathersteller für betroffene Patientinnen, um unbillige Härten zu vermeiden. Diesbezüglich hat sich die GÄCD schon mit den namhaften Implantatherstellern in Verbindung gesetzt.

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Aktuelle Presse:

Stellungnahme der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. – PIP-Brustimplantate

Aktuelle Veranstaltungen:

66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie und Praxisführungsseminar

Hamburg, 01.-05.06.2016

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11. Düsseldorfer Brustkrebs-Konferenz

Düsseldorf, 17.-18.06.2016

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1. Marbella International Plastic Surgery Summer School MIPSS

Marbella , 28.-30.07.2016

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