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Für immer verunstaltet: Hässliche Narben und Beulen statt faltenlose, glatte Haut

Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie warnt vor Spätfolgen durch ungeeignete Materialien zur Faltenunterspritzung

Krefeld, 25. März 2002 - "35-jährige Frau nach Faltenbehandlung lebenslang entstellt." Meldungen wie diese sind erschreckend, aber leider keine Seltenheit. Um jung auszusehen, entscheiden sich immer mehr Menschen für kleine Faltenkorrekturen im Gesicht. Doch Vorsicht: Nicht alle zur Faltenunterspritzung verwendeten und angebotenen Materialien sind gleich gut geeignet. Durch die gestiegene Nachfrage sind in den letzten Jahren viele Anbieter aufgetaucht, die Faltenunterspritzungen mit Materialien anbieten, die nicht unbedenklich sind. Sie setzen dauerhafte Füllmaterialien wie Silikon, Plexiglaskügelchen oder Polyacrylamid ein, die nicht in Wirkung auf die Falten dauerhaft sind, sondern nur in Bezug auf ihr unkalkulierbares gesundheitliches Risiko für den Patienten. "Die jüngste Warnung des Schweizerischen Bundesamtes für Gesundheit nehmen wir zum Anlass, ebenfalls eindringlich auf diese gefährlichen Materialien hinzuweisen. Nichtabbaubare Materialien können schwere Dauerfolgen wie permanente Entzündungsreaktionen, Beeinträchtigung der Gesichtsmimik und Farbveränderungen der Haut auslösen", warnt Prof. Dr. Heinz Bull, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie. "Ebenso wie das Material sind auch die Risiken permanent. Da das Material in flüssiger oder gelartiger Form direkt unter die Falten gespritzt wird und es bei der operativen Entfernung nicht mit dem bloßen Auge gesehen werden kann, ist ein vollständiges Entfernen des Füllmaterials sehr schwierig, manchmal unmöglich." Und nicht nur das: Wird das ungeeignete Füllmaterial entfernt, bleiben aufgrund der chronischen Entzündungen oft hässliche Narben und Beulen. Der Traum von einem jugendlichen und insbesondere makellosen Gesicht wird damit zum Albtraum.

Unkalkulierbares Risiko: Entzündungen, Narben, Beulen

Für Faltenbehandlungen und auch Lippenaufpolsterungen gibt es eine Fülle an Materialien. Generell kann man zwischen abbaubaren und nicht abbaubaren, d.h. nicht-resorbierbaren, unterscheiden. Nicht-resorbierbare Füllmaterialien sind in keiner Weise zur Faltenbehandlung geeignet. Sie können bleibende Schäden verursachen. Oft treten Folgen nicht direkt nach der Behandlung auf, sondern erst Monate oder sogar Jahre später. Entzündungen, die an der Stelle der Injektion auftreten, sind keine Ausnahmeerscheinung. Dabei entsteht eine schmerzende Entzündung, weil der Körper das injizierte Material nicht abbauen kann. In vielen Fällen gibt es nur einen Ausweg: Das Material muss im Rahmen einer Operation mühselig aus dem Gewebe herausgeschnitten werden - hässliche Narben sind oft die Folge. "Die möglichen Schäden und gesundheitlichen Risiken stehen in keiner Weise in Relation zum erwarteten Nutzen", so Prof. Bull. "Schmerzhafte Entzündungen, bleibende Narben und ein entstelltes Gesicht sind Gefahren, die sich nie lohnen. Schließlich geht es hier um die Gesundheit. Die darf niemand fahrlässig gefährden - auch nicht für die Schönheit." Bei entsprechender Indikation sollte eine Eigenfettbehandlung zur Faltenbehandlung erwogen werden. Darüberhinaus sind aber auch abbaubare Materialien, wie z.B. Kollagen, Hyaluronsäure und in neuester Zeit Polymilchsäure für eine Behandlung empfehlenswert.

Schutz und Information für den Patienten

"Die Vorgehensweise der Schweizer Nachbarn ist begrüßenswert", so Prof. Bull. "Die DGÄC fordert eine entsprechende Handhabung in Deutschland, um auch hier permanente, nicht abbaubare Produkte zu verbieten und für die Patienten einen haftungsrechtlichen Schutz zu erwirken." Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie macht sich in Deutschland im Alleingang für ihre Patienten stark: Für alle Mitglieder der Gesellschaft ist ausschließlich die Verwendung abbaubarer Materialien zur Faltenunterspritzung empfohlen. Die hohen Aufnahmekriterien für Neumitglieder sowie laufende Qualitätskontrollen garantieren diesen hohen Anspruch. Seit Dezember 2001 ist dies nun auch für den Patienten sichtbar: Die DGÄC hat den Patienten-Pass eingeführt, um den behandelnden Ärzten und den Patienten einen Überblick über injizierte Materialien zu geben. Der Patient ist jederzeit informiert - Missbrauch ist somit weitestgehend ausgeschlossen.

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