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Versuchskaninchen Patient: Die "Fett-weg-Spritze"

Stellungnahme der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschlands e.V. (GÄCD) zur Injektionslipolyse

Düsseldorf/Hofheim, 30. Oktober 2003 - Fettabsaugungen sind bundesweit die mit Abstand beliebtesten Schönheitskorrekturen in der Ästhetischen Chirurgie. Allein im vergangenen Jahr nahmen die Mitglieder der GÄCD rund 28.000 Liposuktionen vor. Wie schön wäre es, wenn man das Fett einfach wegspritzen könnte. Neuerdings macht die sogenannte „Fett-weg-Spritze“ von sich reden. Hierbei wird ein Medikament, das bislang lediglich zur Bekämpfung von Fettembolien zugelassen ist, in das Fettgewebe injiziert, wo es die Fettzellen auflösen soll. Dr. Gerhard Sattler, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschlands e.V. (GÄCD) und Liposuktionsexperte warnt jedoch: „Das Mittel ist zur Fettauflösung nicht zugelassen und auch nicht erprobt. Über Nebenwirkungen ist nichts bekannt und Langzeitstudien fehlen ebenfalls.“ Aus diesen Gründen lehnt die GÄCD die Behandlung von Fettpölsterchen zum jetzigen Zeitpunkt mit der „Fett-weg-Spritze“ rundweg ab: „Unsere Patienten sind keine Versuchskaninchen.“

Falsche Hoffnungen

Wirksamer Hauptbestandteil der Fett-Weg-Spritze ist Phosphatidylcholin, das normalerweise zur Senkung der Blutfettwerte verabreicht wird. Zur Behandlung lokaler Fettpölsterchen wird es subkutan – also unter die Hautschichten - in das Fettgewebe gespritzt. Hier soll es das Fett „auflösen“. Über die Blutlaufbahn wird dann das „geschmolzene“ Fett abtransportiert. „Die Anwendung beruht auf Berichte ohne wissenschaftlichen Hintergrund, wobei die Anwendung dieser Substanz im subkutanen Gewebe noch nicht einmal im Tierversuch wissenschaftlich vollzogen ist“, stellt Dr. Sattler klar. Wie der Körper den Abtransport größerer Fettmengen bewältigt ist ebensowenig geklärt wie mögliche Nebenwirkungen oder Spätfolgen im behandelten Gewebe. Außerdem werden falsche Hoffnungen geweckt: Großflächige Areal wie die typischen Reiterhosen oder der Bauch können mit der „Fett-weg-Spritze“ nicht vergleichbar mir einer Fettabsaugung behandelt werden. „Der behandelnde Arzt und der Patient begeben sich auf ganz dünnes Eis“, fasst Dr. Sattler kritisch zusammen.

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