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Faltenbehandlungen - Silikonöl ist gefährlich

Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschlands e.V. fordert Verbot der umstrittenen Substanz

Hofheim/Krefeld, 8. November 2004 - Faltenbehandlungen sind in Deutschland beliebt. Allein im vergangenen Jahr führten die Mitglieder der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD) rund 41 000 solcher Eingriffe durch. Das Problem: Für Faltenbehandlungen gibt es eine Fülle von zu verwendenden Materialien, die jedoch nicht alle sicher sind und teilweise schwere Nebenwirkungen erzeugen können, allen voran Silikonöl. „Flüssiges Silikonöl wird in Deutschland immer noch als Faltenbehandlungsmaterial verwendet, obwohl es belegte schwere Nebenwirkungen hat, die noch Jahre nach der Behandlung auftreten können“, kritisierte Dr. Dr. Christoph Lenzen, Gesichtschirurg und Experte für Dermafiller (Materialien zur Hautunterspritzung) der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. auf der Konsensuskonferenz der VDPC/VDÄPC zu Dermafillern am Samstag in Wiesbaden. „Zum Schutz der Patienten sollte flüssiges Silikonöl zur Faltenbehandlung in Deutschland sofort verboten werden“, fordert er im Namen der GÄCD.

Silikonöl: in Deutschland erlaubt und doch gefährlich

Obwohl Faltenunterspritzungen mit Silikonöl seit 1992 in USA und seit 2002 in der Schweiz verboten sind, wird es in Deutschland und Europa weiterhin mit einer CE-Zertifizierung angewendet. „Viele Studien belegen, dass das unterspritzte Silikonöl nicht nur auch noch nach Jahren Entzündungsgranulome (Knoten) im Gesicht verursachen kann, die nur durch ausgedehnte Operationen beseitigt werden können, sondern auch in andere Körperorgane abwandern kann. Diese Problematik kann zu einer lebenslangen Gesundheitsgefährdung der Patienten führen“, erklärt Dr. Lenzen. Doch vielen Patienten wissen gar nicht, dass sie mit Silikonöl behandelt werden. Hierüber gibt jetzt eine neue Untersuchungsmethode Aufschluss.

Neues Nachweisverfahren: Welches Material wurde wirklich verwendet?

Mit Hilfe einer neuen physikalisch-chemischen Untersuchungsmethode kann jetzt das verwendete Material analysiert und benannt werden. „Für die Untersuchung wird eine kleine Gewebeprobe aus einem unterspritzten Gesichtsareal entnommen. Anschließend wird das Gewebe verdampft. Dadurch lösen sich die Bestandteile in ihre chemischen Grundbausteine auf, die dann untersucht werden können. „Mit diesem Verfahren kann zweifelsfrei festgestellt werden, welches Material für die Unterspritzung verwendet wurde,“ erläutert Dr. Lenzen die Vorteile. „Bisherige Untersuchungen mit diesem Verfahren zeigen nicht nur eine eindeutige Identifizierbarkeit der verwendeten Fillersubstanzen, sondern auch, dass bei ungefähr 20 Prozent der Patienten ein anderes Material unterspritzt wurde als ihnen bekannt war.“

Dokumentation mit dem GÄCD Patienten-Pass

Einen Überblick über die Faltenbehandlungen und die eingesetzten Materialien bietet der GÄCD Patienten-Pass. Bei eintretenden Komplikationen oder normalen Folgebehandlungen liegen dem Arzt alle bisherigen Behandlungen auf einen Blick vor. „Ohne einen Pass ist den Patienten nach einer Faltenunterspritzung in vielen Fällen gar nicht bekannt, welches Material verwendet worden ist“, weiß Dr. Lenzen. Dem soll der GÄCD Patienten-Pass abhelfen.

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