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Wenn die Brust zur Last wird

Brustverkleinerung nimmt den Rückenschmerz und gibt Selbstbewusstsein.

Rheinfelden/Bad Soden, 25. Oktober 2005 - Was manche Frauen zu wenig, haben andere wiederum zu viel. Sie leiden unter ihren großen Brüsten, viele von ihnen so sehr, dass sie sich zu einer Operation entschließen. Allein in 2004 nahmen die Mitglieder der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD) 2.800 Brustverkleinerungen vor, insgesamt schätzt die GÄCD die Zahl auf bis zu 9.000 jährlich. „Sehr große Brüste sind kein rein ästhetisches Problem, sehr oft führen sie bei den betroffenen Frauen zu Haltungsschäden und chronischen Rückenschmerzen“, weiß Dr. Holger Dieterich, Brustexperte der GÄCD. Auch psychische Probleme kommen dazu, ganz zu Schweigen von dem oft fast zwanghaftem Bemühen, die große Oberweite schamvoll durch weite Kleidung zu verhüllen. Durch eine Brustverkleinerung werden die betroffenen Frauen von einer schweren seelischen Last befreit. Viele trauen sich dann zum ersten Mal in ihrem Leben ins Schwimmbad. „Da die Größe der Brust meist erblich bedingt ist, kann eine Verkleinerung bereits nach Beendigung des Wachstums, also schon mit 20 Jahren erfolgen“, rät der Gynäkologe aus Rheinfelden. „So können Folgeschäden für die Wirbelsäule und die Psyche wirksam verhindert werden.“

Viele Techniken, ein Ziel

Um die Brust zu verkleinern gibt es über 200 Techniken. Bewährt hat sich die „umgekehrte T-Schnittführung“. Bei dieser Technik schneidet der Operateur um die Brustwarze kreisförmig herum, von der Brustwarze senkrecht nach unten und entlang der Brustumschlagfalte. Bei einer narbensparenden Variante entfällt der Schnitt in der Brustumschlagfalte. Diese Technik ist aber nur bei Patientinnen anwendbar, bei denen die Brust maximal um 400-500 Gramm pro Seite reduziert wird. Außerdem erfordert sie eine zusätzliche Ausbildung des Operateurs, da sie schwierig zu lernen und anzuwenden ist und viel räumliches Vorstellungsvermögen erfordert. Welche Technik eingesetzt wird, hängt vom Können, Training und der Ausbildung des Operateurs ab. „Grundsätzlich sollte jeder Brustoperateur die Technik anwenden, die er am besten beherrscht“, meint Dr. Dieterich. Bei der Auswahl des Arztes sollte die Patientin darauf achten, dass sie es mit einem erfahrenen Brustchirurgen zu tun hat. Dieser kann Facharzt für Chirurgie, Facharzt für Plastische Chirurgie oder ein Facharzt für Gynäkologie sein. Alle drei Fachärzte sollten unbedingt eine operative Zusatzausbildung für Brustchirurgie haben. „Die Patientin sollte sich beim Arzt auf jeden Fall nach seiner Qualifikation in Brustchirurgie erkundigen“, rät Dr. Dieterich.

Keine Operation ohne Risiken

Die operative Verkleinerung der Brust wird unter Vollnarkose durchgeführt. Je nach Schwierigkeitsgrad dauert sie zwischen 2,5 und vier Stunden. Die häufigste Komplikation, die auftreten kann, ist eine störende Narbenbildung. Dies tritt in rund 10 Prozent aller Fälle auf. In rund 8 Prozent der Fälle kommt es zu einer Gefühlsstörung der Brustwarze, die teilweise oder ganz nach 6 Monaten wieder verschwindet. Außerdem kann es zu Blutergüssen und Entzündungen kommen. „Vor jedem Brustverkleinerung besteht eine erhöhte Aufklärungspflicht gegenüber der Patientin, in welchem sie genau über den Verlauf und Risiken der Operation aufgeklärt wird“, betont Dr. Dieterich. „Schließlich handelt es sich hier nicht um einen lebensnotwendigen Eingriff.“

Wann die Krankenkasse zahlt

Die Kostenübernahme der Brustverkleinerung durch die gesetzlichen Krankenkassen ist regional etwas unterschiedlich und hängt auch von der Größe und dem Gewicht der Frauen ab. Daher rät der Experte, sich frühzeitig mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen und die Kostenübernahme zu klären. Grundsätzlich sind zwei Punkte für die Übernahme Voraussetzung: Jede Brust muss um mindestens 800 Gramm reduziert werden und es muss eine chronische Entzündung der Brustumschlagfalte vorliegen.

Schmerzvoll statt sexy

Bei zu großen und damit auch zu schweren Brüsten kommt es oft zu starken Problemen der oberen Wirbelsäule. Durch das starke nach vorn ziehende Gewicht krümmt sich die Wirbelsäule nach außen. Neben einem sichtbaren Haltungsschaden oder der seitlichen Krümmung der Wirbelkörper (Skoliose) erhöht sich das Risiko eines Bandscheibenvorfalles im Schulterwirbelbereich. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass knapp 80 Prozent der Frauen nach der Brustverkleinerung keine Rücken-, Schulter- und Nackenschmerzen mehr haben (Raispis, Zehring, Downey „Long-term functional results after reduction mammaplasty“, 1995, Annals of plastic surgery).

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