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Vorsicht: Keine Langzeitstudien bei Faltenbehandlungen

Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschlands e.V. bietet Testverfahren an

Bad Soden, 07. April 2006 - Faltenbehandlungensind beliebt, das lässt sich durch die vielen neuen Fillersubstanzen, die den deutschen Markt fluten, belegen. Egal, ob Milchsäure, Hyaluronsäure oder Kollagene: „Patienten sind leider bei der Faltenunterspritzungen zu unkritisch. Bis zu 70 Prozent der Patienten wissen nicht, welcher Filler ihnen gespritzt wird, mögliche Nebenwirkungen werden ignoriert“, warnt Dr. med. Manuel Cornely, Dermatologe und Sprecher Gruppe Augmentation (Materialien zur Hautunterspritzung) der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD). Doch was passiert mit „Wiederholungstätern“, die zu den 70 Prozent der Patienten gehören, die nicht wissen, welche Filler ihnen gespritzt wurden. Die GÄCD bietet Patienten hier ein neues Prüfungsverfahren an, das der Mund-Kiefer- Gesichts-Chirurg Dr. Christoph Lenzen entwickelt hat: Mit Hilfe einer physikalischchemischen Untersuchungsmethode kann das verwendete Material analysiert und benannt werden. Für die Untersuchung wird eine kleine Gewebeprobe aus einem unterspritzten Gesichtsareal entnommen. Anschließend wird das Gewebe verdampft. Dadurch lösen sich die Bestandteile in ihre chemischen Grundbausteine auf, die dann untersucht werden können. „Mit diesem Verfahren kann zweifelsfrei festgestellt werden, welches Material für die Unterspritzung verwendet wurde“, erläutert Dr. Cornely, „bisherige Untersuchungen mit diesem Verfahren zeigen nicht nur eine klare Identifizierbarkeit der verwendeten Fillersubstanzen, sondern auch, dass bei rund 20 Prozent der Patienten ein anderes Material unterspritzt wurde als ihnen bekannt war.“

Faltenunterspritzung ist chirurgischer Eingriff

Der Aufklärungsbedarf ist immens,denn Knötchenbildungen,Schwellungen und Rötungen sind nur harmlose, mögliche Folgen einer Unterspritzung. „Ich kann nur vor einem allzu lapidaren Umgang mit so genannten „Lunch-Time“-Unterspritzungen warnen. Das Unterfüttern von Falten ist ein dermatologisch-chirurgischer Eingriff. Niemand würde ja auch unüberlegt ein Antibiotikum oder Kortison einnehmen, so wie aktuell Filler gespritzt werden“, sagt Dr. Cornely. Und wie bei jedem chirurgischen Eingriff muss vor dem Eingriff eine ausführliche ärztliche Beratung stattfinden. Außerdem: Die aktuelle Gesetzeslage erlaube es auch nur approbierten Ärzten und Heilpraktikern zu unterspritzen1. Die GÄCD erarbeitet gerade ein Sicherheitsprofil für das Unterspritzen von Fillersubstanzen: „Hier wird aufgelistet, für welche Indikation, welches Material geeignet ist. Der Katalog erscheint in Kürze, um die Nebenwirkungsrisiken zum Schutz des Patienten zu minimieren“, so der Experte. Bei den vielen Fillern kann die GÄCD den Patienten nur eine Empfehlung geben: „Der Anstieg von Eigenfett-Unterspritzungen wäre wünschenswert, weil hier die Nebenwirkungen erfahrungsgemäß am geringsten sind. Ansonsten gibt es keine Langzeitstudien für Filler“, so der Tipp des Experten.

Mit „Patienten-Pass“ der GÄCD auf Nummer Sicher gehen!

Einen Überblick über die Faltenbehandlungen und die eingesetzten Materialien und damit Sicherheit für den Patienten bietet der GÄCD Patienten-Pass. „Damit für Arzt und Patient auch zu einem späteren Zeitpunkt nachvollziehbar ist, welcher Filler gespritzt wurde, haben wir den Patientenpass eingeführt. Mit Namen und Stempel des Arztes wird in diesem Pass festgehalten welche Substanz, wann unterfüttert wurde“, berichtet Dr. Cornely. Das dient zum Schutz den Patienten und der Minimierung von späteren Nebenwirkungen. Denn: Bei eintretenden Komplikationen oder normalen Folgebehandlungen liegen dem Arzt alle bisherigen Behandlungen auf einen Blick vor.

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