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Ethik in der Ästhetik - Grenzen der modernen Chirurgie sind erreicht!

Deutschland-Aufruf: Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland stellt medizinische Ethikfrage

Mannheim, 7. September 2006 - „Das Zeitalter der Barbie-Ästhetik ist beendet. Heute liegt der Fokus der Ästhetischen Chirurgie in der altersgerechten Schönheit, und damit stecken wir mitten in der Ethikdiskussion“, stellt Prof. Dr. Dr. Heinz G. Bull, Präsident der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e. V. (GÄCD), die größte Fachvereinigung für Ästhetische Chirurgie, anlässlich der 19. Jahrestagung der Gesellschaft in Mannheim klar, „die Individualität des Patienten muss erhalten bleiben. Das heißt auch, dass eine 60jährige Frau nicht wie eine 20jährige aussehen muss, das wirkt grotesk und gehört nicht in chirurgische Hände.“ Hier sei die Sensibilität und Verantwortung des Arztes gefragt. Die Motive für eine Operation müssen dem Arzt nachvollziehbar erscheinen und es müsse ein echter Leidensdruck vorliegen, der die Risiken eines Eingriffes rechtfertigt. „Wir müssen als seriöse Mediziner die Grenzen für zwanghafte Unzufriedenheiten mit dem Körper erkennen und den Patienten in Grenzfällen auch nach Hause oder zur psychologischen Beratung schicken“, so Prof. Bull.

Der Trend ist da: Ästhetik und Funktionalität dürfen nicht getrennt voneinander betrachtet werden, so die GÄCD-Experten. Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit machen die Notwendigkeit nach der Ethikfrage deutlich: Das können überzogene stereotype Vorstellungen junger Patienten sein, die aussehen wollen wie ihre Hollywood-Idole. Aber auch Operationswünsche, die in keinem Verhältnis zum Risiko eines Eingriffs stehen, wie beispielsweise jüngst der Wunsch eines Mannes für eine Beinverlängerung. Er wollte durch einige Zentimeter mehr seine Chancen bei der Partnersuche erhöhen. „Seriöse Mediziner sollten solche überzogenen Patientenwünsche an den Psychologen weiterleiten. Hier erreicht die seriöse ästhetische Chirurgie klar ihre ethischen Grenzen und wird ihrer Verantwortung dem Patienten gegenüber gerecht“, betont Prof. Bull.

Psychologische Herausforderung für den ästhetischen Chirurgen

Die GÄCD appelliert an das ärztliche Selbstverständnis und weist auch auf die Schwierigkeit hin, dass natürlich auch jeder Patient, der mit dem Wunsch nach einer ästhetischen Operation einen Arzt aufsucht, das Anrecht hat, ernst genommen und umfassend beraten zu werden. Kommt der Arzt aber zu dem Schluss, dass der Patient einem falschen Ideal nacheifert, der seiner eigenen Persönlichkeit zuwiderläuft, muss ein seriöser Arzt den Eingriff ablehnen. „Leider gibt es in Deutschland immer mehr sogenannte Schönheitschirurgen, die dies nicht tun und ihre finanziellen Vorteile in grenzwertigen Operationen sehen und sich damit zum „Erfüllungsgehilfen“ des Patienten machen. „Dies ist sicherlich einer der größten ethischen Ansprüche an den wir als interdisziplinärer Fachverband appellieren. Finanzielle Reize dürfen niemals die Verantwortung gegenüber dem Patienten übersteigern“, urteilt Prof. Bull.

Ästhetische Chirurgie nimmt Leidensdruck

Zahlreichen Patienten kann mit einer Operation durch einen erfahrenen Chirurgen bei richtiger Indikation ein echter Leidensdruck genommen werden, wenn z.B. eine große Hakennase nicht so recht ins Gesicht passen will oder sehr große Brüste das Leben im wahrsten Sinne des Wortes schwer machen. „In solchen Fällen kann nicht von Schönheitskult gesprochen werden. Hier hat die ästhetische Chirurgie ihre volle Berechtigung und verhilft dem Betroffen zu mehr Lebensqualität“, weiß Prof. Bull aus jahrelanger Erfahrung. Voraussetzung für den Erfolg der Operation ist, dass der entsprechende Facharzt speziell in der ästhetischen Chirurgie ausgebildet ist und auf den gewünschten Eingriff spezialisiert ist.

GÄCD: Größter interdisziplinärer Fachverband für Ästhetische Chirurgie in Deutschland

Die GÄCD vereint als einziger Fachverband für die einzelnen Indikationen in der Ästhetischen Chirurgie die jeweiligen Fachärzte unter ihrem Dach. Dabei handelt es sich um folgende Fachbereiche mit Spezialisierung auf Ästhetische Chirurgie innerhalb ihrer jeweiligen Fachgebiete:

Die verschiedenen Facharztgruppen bleiben dabei auf ihr Fachgebiet beschränkt, mit klarer Definition, welche ästhetischen Eingriffe in welche der einzelnen Facharztgruppen gehört.

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